Von Klimadaten zu konkreten Maßnahmen

Klimadaten, fachübergreifende Analysen und Erfahrungen aus dem Klinikalltag bilden die Grundlage für sechs priorisierte Maßnahmen
 
Altenau. Die AWO AltenauKlinik hat ihr Klimaanpassungskonzept erfolgreich fertig gestellt. Damit verfügt die Mutter-Kind-Kurklinik über einen konkreten Fahrplan, um Patientinnen und Mitarbeitende künftig besser vor den gesundheitlichen Folgen von Hitze, Starkregen und weiteren klimatischen Veränderungen zu schützen. Sechs Maßnahmen wurden als besonders wirkungsvoll priorisiert und sollen nun schrittweise umgesetzt werden.

Das Konzept verfolgt einen innovativen und ganzheitlichen Ansatz: Es verbindet die fachliche Analyse der Gebäude und Freiflächen mit einer langfristig angelegten Messkampagne sowie den praktischen Erfahrungen von Patientinnen und Mitarbeitenden. Fachleute aus den Bereichen Klimaanalyse, Landschaftsarchitektur, Energie und Kommunikation arbeiteten dafür eng mit den Mitarbeitenden der Klinik, Kurgästen und dem AWO Bezirksverband Hannover e. V. zusammen.
 
Im Rahmen der Messkampagne werden seit Mai 2026 unter anderem die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit innerhalb und außerhalb der Gebäude sowie die Bodenfeuchte auf dem Klinikgelände erfasst. Die Messungen werden über das Projektende hinaus bis Sommer 2027 fortgeführt. Dadurch entsteht eine wissenschaftliche Datengrundlage, mit der klimatische Belastungen nicht nur punktuell, sondern über einen längeren Zeitraum bewertet werden können.
 
Vom Klimarisiko zum konkreten Handlungsplan
 
Eine Besonderheit des Projekts ist die konsequente Verbindung von wissenschaftlichen Erkenntnissen und Erfahrungen aus dem Klinikalltag. Patientinnen und Mitarbeitende konnten ihre Wahrnehmungen und Ideen in verschiedenen Beteiligungsformaten einbringen. So wurde sichtbar, an welchen Orten Hitze bereits heute besonders belastend ist und welche Maßnahmen den Aufenthalt und die Arbeitsbedingungen spürbar verbessern können.
Aus einem umfassenden Maßnahmenkatalog wurden sechs Vorhaben ausgewählt, die nun vorrangig weiterverfolgt werden. Dazu gehören außenliegender Sonnenschutz an den Klinikgebäuden, die Pflanzung großkroniger und klimaangepasster Bäume sowie der Bau begrünter Rankhilfen für schattige Aufenthaltsbereiche. Für das Außengelände ist zudem geplant  Hangflächen zu terrassieren und Mulden-Rigolensysteme zu installieren. Außerdem soll es eine Bereitstellung von Trinkstationen in den Gebäuden geben.
 
Die Maßnahmen setzen an unterschiedlichen Stellen an: Sie sollen die Aufheizung der Gebäude verringern, schattige und angenehmere Aufenthaltsbereiche schaffen, das Gelände widerstandsfähiger gegenüber Starkregen und Bodenerosion machen und die ausreichende Flüssigkeitsversorgung während Hitzeperioden erleichtern.
 
Klimaresilienz wird strategisches Ziel der Sozialwirtschaft
 
„Mit dem Klimaanpassungskonzept haben wir nicht nur Risiken erfasst, sondern konkrete Lösungen für unseren Klinikalltag entwickelt. Besonders wertvoll ist für uns die Verbindung aus Messdaten, fachlicher Expertise und den Erfahrungen der Menschen vor Ort. Die priorisierten Maßnahmen zeigen, wie wir die Aufenthalts- und Arbeitsbedingungen in unserer Klinik Schritt für Schritt an die Folgen des Klimawandels anpassen können. Damit schützen wir auch die Gesundheit unserer Gäste und der Mitarbeitenden“, sagt Anna-Lena Knop, Einrichtungsleitung der AWO AltenauKlinik.
 
Das Klimaanpassungskonzept ist Teil des Programms „Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen (AnpaSo)“. Gefördert wird das Programm vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. 

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